Niemand spricht gern darüber, aber viele erleben es. Du bist schwanger, lachst, hustest … und plötzlich ist die Unterwäsche nass. Was ist da los? Keine Sorge, du bist nicht allein. Inkontinenz in der Schwangerschaft ist weit verbreitet und zum Glück auch gut in den Griff zu bekommen. MyPelvi verrät dir, warum es während der Schwangerschaft zu Inkontinenz kommen kann, und wie du den Beckenboden aktivieren kannst, um eine starke Foundation zu bilden. 

Warum läuft’s? Ursachen für Inkontinenz in der Schwangerschaft

Wenn du plötzlich beim Niesen ein paar Tropfen verlierst oder nachts öfter zur Toilette rennst, bist du nicht allein und vor allem: Du machst nichts falsch. Dein Körper leistet während der Schwangerschaft Großartiges, und manchmal gehört dazu eben auch, dass die Blase nicht mehr ganz so mitspielt wie früher. Das hat viele Gründe und die haben alle mit den enormen Veränderungen zu tun, die gerade in deinem Körper ablaufen.

Schon ganz am Anfang der Schwangerschaft beginnt dein Körper, die Muskulatur und das Bindegewebe weicher und dehnbarer zu machen, gesteuert durch Hormone wie Progesteron und Relaxin. Diese hormonellen Veränderungen sind wichtig, damit sich dein Becken auf die Geburt vorbereiten kann. Aber: Auch der Beckenboden, also die Muskelplatte, die deine Blase, Gebärmutter und den Darm stützt, wird dadurch weicher und weniger stabil. Eine Schwächung der Beckenbodenmuskeln beeinträchtigt sowohl die stützende als auch die schließende Funktion der Muskulatur, was zur Entwicklung einer Inkontinenz führen kann. [1]

Dazu kommt: Dein Baby wächst, deine Gebärmutter wird größer und irgendwann drückt sie direkt auf die Harnblase. Stell dir vor, du trägst einen schweren Rucksack vorne auf dem Bauch, der immer mehr auf eine Wasserflasche in deinem Inneren drückt. Da wird es irgendwann schwer, den Verschluss zu halten. Genau so geht es deiner Blase gerade.

Und dann wären da noch die alltäglichen Belastungen: Wenn du lachst, hustest, springst oder dich bückst, steigt der Druck im Bauchraum. Wenn der Beckenboden dann nicht genug gegenhalten kann, macht die Blase einfach mit. Dieses Phänomen nennt man Belastungsinkontinenz, und es betrifft viele werdende Mamas – vor allem im zweiten und dritten Trimester.

Ursachen für Inkontinenz in der Schwangerschaft

  • Hormone, die das Gewebe weicher und „nachgiebiger“ machen – auch in Blase und Beckenboden. 
  • Der wachsende Babybauch, der immer stärker auf deine Blase drückt. 
  • Ein geschwächter Beckenboden, besonders wenn du schon vorher wenig Beckenbodentraining gemacht hast, ein höheres Alter hast oder bereits Kinder bekommen hast [2]. 
  • Plötzliche Bewegungen oder Belastungen, wie Niesen, Husten oder Lachen. 
  • Genetische Faktoren, wie schwaches Bindegewebe oder familiäre Vorbelastung. 
  • Body-Mass-Index, denn mit höherem Gewicht ist die Muskulatur generell mehr Belastung ausgesetzt [2].

Vielleicht hast du’s auch selbst schon gemerkt: Morgens, wenn die Blase besonders voll ist oder wenn du es gerade noch zur Toilette schaffen willst, kommt plötzlich ein kleiner Schwall, bevor du überhaupt angekommen bist. Das ist nicht peinlich, das ist körperlich erklärbar und vor allem: Es gibt Wege, wie du deinen Beckenboden aktivieren kannst.

Hier kommt der MyPelvi Beckenbodenstuhl ins Spiel: Während du sitzt, sendet der Stuhl Magnetwellen in die tieferliegenden Muskelschichten. Das aktiviert die Muskeln vor und nach der Schwangerschaft:

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Warum spüre ich in der Schwangerschaft beim Pinkeln einen Druck?

Wenn du beim Wasserlassen plötzlich einen Druck oder ein unangenehmes Gefühl im Unterbauch oder Becken spürst, bist du damit nicht allein. Viele Frauen erleben das besonders im zweiten oder dritten Trimester. Aber woher kommt dieses Gefühl?

Der Hauptgrund: Dein wachsender Uterus. Er nimmt mit jeder Woche mehr Platz im Bauchraum ein und drückt dabei zunehmend auf deine Blase und die umliegenden Organe. Die Blase hat dadurch weniger Raum, sich auszudehnen und du musst häufiger zur Toilette. Gleichzeitig kann es durch diesen Druck zu einem unangenehmen Gefühl beim Wasserlassen kommen, ähnlich wie ein innerer Gegendruck oder ein „Stau“-Gefühl.

Zudem sorgt die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft dafür, dass sich die Muskulatur im Beckenbereich lockert das betrifft auch die Harnwege. Die Folge: Der Urin fließt manchmal nicht so kraftvoll wie gewohnt, und es fühlt sich eher träge oder drückend an.

Manchmal steckt auch eine leichte Reizung der Blase oder eine beginnende Blasenentzündung dahinter – vor allem, wenn du zusätzlich Brennen, Schmerzen oder Fieber hast. Dann solltest du das unbedingt ärztlich abklären lassen.

Kurz gesagt: Der Druck beim Wasserlassen ist meist eine ganz normale körperliche Reaktion auf die Veränderungen in deinem Körper. Wenn du unsicher bist oder das Gefühl sich verändert, ist eine ärztliche Beratung ratsam.

Wann geht’s los mit der Blasenschwäche? 

Vielleicht fragst du dich, ab wann das eigentlich losgeht. Dieses ständige „Ich muss mal“ oder das Gefühl, die Blase hätte ein Eigenleben. Die ehrliche Antwort: Das ist von Frau zu Frau ganz unterschiedlich. Manche bemerken schon im ersten Trimester eine Veränderung, andere erst deutlich später. Aber keine Sorge, wir schauen uns an, was da genau passiert.

Blasenschwäche im ersten Trimester: Frühstart möglich

Gleich zu Beginn der Schwangerschaft verändern sich deine Hormone ziemlich stark. Progesteron, Relaxin und Co. wirken nicht nur auf die Gebärmutter, sondern auch auf die Blasenmuskulatur und den Beckenboden. Schon ab der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche berichten viele Frauen von einem häufigeren Harndrang, einfach, weil die Blase empfindlicher wird und schneller Signale sendet. Das heißt nicht unbedingt, dass du gleich inkontinent bist, aber die Blase könnte sich früher melden, selbst wenn sie noch gar nicht richtig voll ist.

Blasenschwäche im zweiten Trimester: Eine Verschnaufpause

Im zweiten Trimester gönnt dir dein Körper oft eine kleine Verschnaufpause, auch was den Harndrang und die Inkontinenz betrifft. Warum? Weil sich die Gebärmutter in dieser Phase langsam aus dem kleinen Becken nach oben verlagert. Dadurch nimmt der direkte Druck auf die Harnblase etwas ab, und viele Schwangere empfinden diese Zeit als insgesamt entspannter. Die Übelkeit lässt nach, die Energie kehrt zurück und auch die Blase hat kurz mal weniger Stress. Aber: Diese Ruhe ist meist nur vorübergehend. Gegen Ende der Schwangerschaft nimmt der Druck von oben wieder deutlich zu.

Blasenschwäche im dritten Trimester: Der Druck steigt

Spätestens im dritten Trimester wird’s bei vielen richtig spannend: Dein Baby wächst, dein Bauch wird größer und die Gebärmutter nimmt immer mehr Platz ein. Das führt dazu, dass sie verstärkt auf die Blase drückt. Überwiegend ab der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche treten bei vielen Frauen erste Tropfenverluste auf, vor allem beim Husten, Lachen, Niesen oder wenn man sich plötzlich bewegt. Das ist dann die typische Belastungsinkontinenz, die durch den steigenden Druck auf den Beckenboden ausgelöst wird.

Das alles ist nicht ungewöhnlich, sondern einfach Teil dieser intensiven körperlichen Reise. Wichtig ist: Du musst das nicht einfach hinnehmen. Je früher du deinen Beckenboden kennenlernst und ihn bewusst trainierst, desto besser kannst du ihn auch im Alltag aktivieren und entlasten.

Was hilft gegen Inkontinenz in der Schwangerschaft?

Vor der Schwangerschaft

Schon vor einer Schwangerschaft kannst du deinen Beckenboden optimal vorbereiten. Ein starker Beckenboden ist nicht nur wichtig für die Geburt, sondern hilft dir auch, während der Schwangerschaft Beschwerden wie Inkontinenz vorzubeugen. Wenn du bereits vor der Schwangerschaft regelmäßig deinen Beckenboden trainierst, kann er besser mit den körperlichen Belastungen der Schwangerschaft umgehen, z. B. dem Druck auf die Blase oder die Harnröhre [3].

Während der Schwangerschaft

Auch während der Schwangerschaft kannst du viel tun, um deinen Beckenboden zu entlasten und Beschwerden vorzubeugen:

  • Sanftes Beckenbodentraining, z. B. bewusstes Anspannen und Loslassen 
  • Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen 
  • Aufrechte Haltung, besonders im Sitzen 
  • Kein starkes Pressen beim Toilettengang 
  • Heben mit Bedacht und Spannung beim Husten/Niesen 
  • Tiefe, entspannte Bauchatmung 

All das stärkt deine Körperwahrnehmung und hilft deinem Beckenboden, dich im Alltag zu unterstützen.

Und nach der Geburt? Bleibt das für immer?

Viele frischgebackene Mamas fragen sich: „Bleibt das jetzt so?“ Es kann sein, muss aber nicht! Es ist ganz normal, dass nach der Geburt der Körper noch Zeit braucht, um sich zu erholen. Besonders die Blasenkontrolle ist häufig noch nicht vollständig zurück, da der Beckenboden während der Geburt stark gedehnt und beansprucht wurde, besonders bei vaginalen Entbindungen.

Statistiken zeigen, dass rund 43 % der Frauen nach der Geburt noch mit Inkontinenz zu kämpfen haben [1]. In den meisten Fällen bessert sich das Problem mit der Zeit und einer gezielten Rückbildung, vor allem wenn du aktiv wirst und deinen Beckenboden stärkst. Doch es gibt auch Frauen, bei denen die Beschwerden länger bestehen bleiben, insbesondere wenn sie keine Unterstützung oder kein regelmäßiges Training erhalten.

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Fazit: Inkontinenz in der Schwangerschaft betrifft viele

Inkontinenz in der Schwangerschaft ist kein Grund zur Scham. Es betrifft so viele Frauen, nur spricht kaum jemand offen darüber. Umso wichtiger, dass du weißt: Du bist nicht allein. Und du kannst aktiv etwas dagegen tun. Mit gezieltem Beckenbodentraining von MyPlevi, Verständnis für deinen Körper und ein bisschen Geduld bekommst du die Kontrolle zurück. 

Referenzen

  1. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S030121151400219X
  2. https://journals.lww.com/greenjournal/abstract/2007/04000/urinary_incontinence_during_pregnancy.20.aspx
  3. https://link.springer.com/article/10.1007/s00192-012-2017-3

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